Sprache-lernen
Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2020

Du überlegst dir eine neue Sprache zu lernen oder deine Kenntnisse in einer Fremdsprache aufzufrischen? Egal ob für den Urlaub, die nächste Geschäftsreise oder ein Familientreffen. Sprachen verbinden Menschen und Kulturen miteinander. Deshalb ist es immer hilfreich Sprachen zu beherrschen und Zeit und Energie in das Erlernen neuer Sprachen hineinzustecken.

In diesem Beitrag erklären wir dir worauf es beim Sprachen lernen ankommt und welche wichtigen, neuen Erkenntnisse die Forschung auf diesem Gemacht hat. Außerdem zeigen wir dir die Möglichkeiten auf, um eine neue Sprache zu lernen und stellen dir die Top 3 Apps zum Sprachen lernen vor.




Das Wichtigste in Kürze

  • Du lernst Sprachen am besten mit allen Sinnen. Spreche Vokabeln laut vor dich hin, visualisiere sie und verbinde sie mit Emotionen und Erlebnissen.
  • Lerne Vokabeln und Grammatikstrukturen nie willkürlich und ohne Zusammenhang, sondern knüpfe an vorhandenes Wissen an und lerne mithilfe von Texten die deinen Interessen entsprechen.
  • Du kannst Sprachen durch Reisen und Sprachkurse lernen. Dabei besuchst du vor Ort in deinem Zielland einen Sprachkurs und lässt dir die Sprache von Muttersprachlern beibringen.

Sprachen lernen: Was du wissen solltest

Hilfreiches aus der Lernforschung

Lernen mit allen Sinnen

Die sogenannte multisensorische Lerntheorie besagt, dass das Gehirn leichter lernt, wenn mehrere Sinne parallel angesprochen werden. Diese Theorie wurde mittlerweile von einigen Studien bestätigt. Unter anderem von einer Studie (”1”) von Prof. Dr. med. Katharina von Kriegstein am Max-Planck-Institut für Kogntions- und Neurowissenschaften in Leipzig.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass sich Probanden bestimmte Begriffe in einer Fremdsprache am besser merken konnten, wenn sie die Wörter beim Lernen mit Gesten ausdrückten. Die Art und Weise, wie ein Begriff gelernt wurde, spiegelte sich sogar in der Aktivität des Gehirns wider.

So waren unter anderem auch Gehirngebiete des Bewegungssystems aktiv, wenn ein Proband nach der Lernphase einen mit Gesten gelernten Begriff übersetzte. Regionen des Sehsystems wiederum wurden bei Wörtern aktiviert, die in der Lernphase von Bildern begleitet worden waren.

Je mehr Sinne du beim Lernen verwendest, desto besser kannst du dir die Dinge merken!

Wir lernen also mit allen Sinnen. Auch Schmecken und Riechen spielen beim Lernen eine Rolle, ebenso Gefühle. Doch funktioniert das multisensorische Lernen nach dem Motto je mehr Sinne, desto besser?

Wahrscheinlich ja. Wie stark sich der Lernerfolg aber durch mehrere Sinne steigern lässt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Die einzelnen Sinneseindrücke sollten aber idealerweise zusammenpassen. Wer also das spanische Wort für Apfel lernen will, sollte eine Apfel-Geste machen, einen Apfel schmecken oder ein Apfelbild betrachten.

Angewandte Hirnforschung und was das für dein Vokabel lernen bedeutet

Ein zentraler Punkt, der durch die Lernforschung (”2”) in den letzten Jahren widerlegt werden konnte, ist der Irrglaube „Ein Wort = ein Speicherort“ . Vielmehr wird ein Wort in verschiedenen Hirnregionen gespeichert. Und zwar immer im richtigen Sinnzusammenhang.

Das heißt, wir speichern ein und dasselbe Wort mehrmals ab, immer im entsprechenden semantischen Kontext. Isolierte Daten ohne Kontext und Zusammenhang kann das Gehirn daher nicht speichern, noch nicht einmal wahrnehmen. Was bedeutet das für das Vokabel lernen konkret?

Du musst Vokabeln stets in Sinnzusammenhängen lernen bzw. zu jeder Vokabel Assoziationen herstellen können.

Das bedeutet, dass das klassische Vokabeln pauken bei dem man eine willkürliche Liste an Vokabeln lernt wenig langfristigen Erfolg bringt. Lerne stattdessen neue Wörter stets im Kontext und speichere sie so in der richtigen Hirnregion ab. Nur so findest du sie auch wieder, wenn du in der Fremdsprache kommunizieren möchtest.

Wenn du in der Schule bist passiert das schon automatisch. Dadurch, dass die gelernten Vokabeln in den Texten und Übungen, die in der Schule behandelt werden, ständig vorkommen, können sie damit assoziiert werden und wiederholt werden- jedenfalls ist so die Idealvorstellung eines guten Fremdsprachenunterrichts. Wie du jedoch am besten vorgehst, wenn du Selbstlerner bist oder dein Fremdsprachenunterricht Qualitätslücken aufweist, möchten wir dir jetzt zeigen.

Lerne Vokabeln immer in Sinn- zusammenhängen und knüpfe sie an bekanntes an!

Eine sehr gute Variante ist das Vokabel lernen mit der App EWA. Hier lernst du nicht einfach willkürliche Vokabeln, sondern Vokabeln die du benötigst, um ein spezielles Buch zu verstehen. Du lernst die Vokabeln somit nicht zusammenhangslos, sondern mit der Geschichte oder dem Artikel, in dem sie vorkommen und kannst sie so verknüpfen.

Alternativ kannst du dir auch eine Liste von Vokabeln anfertigen, die in deinem Lieblingsfilm vorkommen, die du jedoch nicht verstehst. Integrieren diese Vokabeln in eine Lern-App (Beispielsweise Anki) und beginne mit dem Lernen. Somit lernst du nur für dich relevante Wörter, die du unmittelbar an dein Wissensnetz anknüpfen kannst und beim Film schauen auch ständig wiederholst.

Die verschiedenen Lerntypen

Es ist bereits bekannt, dass jeder etwas anders lernt. Jeder lernt, je nach Lerntyp auf eine andere Art und Weise am besten. Was die unterschiedlichen Lerntypen sind und welche die geeignetsten Lernmethoden sind stellen wir dir in der folgenden Tabelle vor.

Lerntyp Beschreibung des Lerntyps Passende Lernmethoden
Audititve Lerntyp Der auditive Lerntyp lernt am besten, wenn er den Lernstoff laut hört. Beispielsweise durch einen Vortrag, oder eine CD. Sprich den Lernstoff laut vor dich hin. Achte darauf, dass deine Lernumgebung ruhig ist. Umgebungsgeräusche oder Musik werden dich wahrscheinlich stören bzw. zu sehr ablenken.
Visuelle Lerntyp Gehörst du zum visuellen Typ, dann wirst du dir gut Dinge merken können, die du in Form von Bildern oder Texten vor dir hast. Wenn du einen Vortrag oder ähnliches hörst, dann schreibst du sehr viel mit. Nutze bei deinen Aufschreiben viele farbige Stifte und Textmarker. Stelle dir Vokabeln visuell vor und mache dir sehr bildliche Zusammenfassungen.
Kommunikative Lerntyp Der kommunikative Lerntyp behält neuen Lernstoff am besten, wenn er sich damit sprachlich auseinandersetzt. Lasse dir Dinge am besten von anderen Erklären und stelle Rückfragen um ein Gespräch zu entwickeln. Du lernst am besten, wenn du den Lernstoff anderen (oder dir selbst) erklärst.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass absolut niemand mit nur einem Sinn lernt. Wie oben bereits beschrieben bestätigt die Forschung, dass man am besten Lernt, wenn möglichst viel Sinne im Einsatz sind.

Versuche daher immer möglichst viele Sinne in den Lernprozess einzubauen. Je unterschiedlicher du dir den Lernstoff aneignest, desto vielfältiger kann er vom Gedächtnis behalten werden.

Das Spraced Repetition System

Das spaced repetition system basiert auf der Vergessenskurve von Ebbinghaus. Durch empirische Forschung hat Ebbinghaus untersucht, wie schnell wir Informationen wieder vergessen.

Er kam zu dem Schluss, dass wir bereits 20 Minuten nach dem Lernen schon ca. 40 % vergessen haben, nach einer Stunde 55 %, und nach einem Tag 76 %. Dauerhaft behalten wir 15 %. Das Ergebnis seiner Forschungen ist die Vergessenskurve (3), welche den Verlauf des Verlustes von Informationen in unserem Gedächtnis zeigt.

In den Prozess des Vergessens greift nun das spaced repetition system ein. Nach diesem System lernen wir am effizientesten, wenn wir kurz bevor wir eine Information vergessen würden, diese wiederholen. Mit jeder Wiederholung können wir uns den Lernstoff besser merken. Das heißt, es dauert länger bis wir den Lerninhalt wieder vergessen.

Was bedeutet das konkret?

Konkret bedeutet dass, das wir am effizientesten lernen, wenn wir den Lernstoff in immer größeren Abständen wiederholen, um genau zu sein in exponentiell wachsenden Abständen.

Schön und gut, aber wie wende ich das jetzt auf das Sprachen lernen an?

Am besten kannst du diese Lernmethode auf das Vokabel lernen anwenden. Das bedeutet, dass du die Vokabeln nicht einfach beliebig wiederholen und lernen solltest. Um mit möglichst wenig Lernaufwand die Vokabeln in das Langzeitgedächtnis zu bringen, solltest du die Vokabeln in immer größeren Abständen wiederholen.

Die Vokabeln sollten in exponentiell größer werdenden Abständen wiederholt werden.

Das heißt, wenn die Vokabel neu ist dann hast du sie vielleicht schon nach einem Tag vergessen. Dann sollte sie beispielsweise nach einem halben Tag erneut abgefragt werden. Da du Sie jetzt schon das zweite Mal wiederholt hast, kannst du sie dir jetzt etwas besser merken und du vergisst sie z.B. erst nach drei Tagen, also wird sie nach zwei Tagen wiederholt usw.

Die Effizienz dieser Methode wurde bereits von einigen Studien (4, 5) erforscht und bestätigt.

Das heißt, je besser du die Vokabel schon kannst, desto größer werden die Wiederholabstände bis eine Vokabeln schließlich im Langzeitgedächtnis landet und nicht mehr vergessen wird.

Verschiedene Forschungen (6) haben folgende Abstände experimentell ermittelt.

Phasen Tage bis zur nächsten Wiederholung
1 0
2 1
3 3
4 9
5 29
6 90

Aber woher weiß ich genau wann welche Vokabel abgefragt wird? Ist das nicht total aufwendig?

Nein ist es nicht. Es gibt eine Menge Apps die genau mit dieser Lernmethode arbeiten und du bekommst jeden Tag automatisch die passenden Vokabeln zu wiederholen. Beispielsweise arbeitet Phase 6 mit diesem System oder auch Babbel. Eine gute Lern-App sollte dieses System auf jeden Fall integriert haben.

Sprachen lernen mit der Birkenbihl-Methode

Vera F. Birkenbihl war eine bekannte Autorin und Lernforscherin. Unter anderem hat sie einen neuen, gehirngerechten Ansatz entwickelt um Sprachen auf eine etwas andere, neue, unkonventionelle und spaßigere Variante zu lernen. Die Birkenbihl Methode (7, ) besteht im Wesentlichen aus zwei Grundpfeilern:

  • Die Fremdsprache verstehen
  • Die Fremdsprache sprechen

Um die Fremdsprache zu verstehen ist der erste Schritt das Dekodieren. Der zweite Schritt ist das aktive Hören. Um die Sprache zu sprechen ist der erste Schritt das passive Hören der zweite Schritt sich aktiv der Sprache aussetzen.

Im Folgenden erkläre ich dir einmal die einzelnen Schritte etwas genauer:

Dekodieren

Im ersten Schritt übersetzt du einen fremdsprachigen Text Wort für Wort. Du legst also in mehreren Zeilen eine 1:1-Übersetzung deines Textabschnittes an, und zwar ohne dabei auf Grammatikregeln oder Stil zu achten. Vera Birkenbihl nennt das Dekodierung. Hier werden keine Wörter angeglichen und der fertig übersetzte Satz muss sich auch nicht sinnvoll anhören, denn du übersetzt ja jedes Wort einzeln.

Klingt verrückt? Ja, vielleicht, es wird dir am Anfang auch bestimmt nicht einfach fallen. Dieses Vorgehen hat jedoch den Vorteil, dass du die Satzstruktur der Fremdsprache unbewusst automatisch mitlernst. Du wirst die Unterschiede zwischen deiner Muttersprache und der Fremdsprache feststellen und automatisch speichern. So bekommst du viel schneller ein echtes Gefühl für die Fremdsprache.

Suche dir dafür einen Text heraus, der deinen Interessen entspricht. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Auszug von Harry Potter zum Englisch lernen?

Aktives Hören

Im zweiten Schritt kannst du dann endlich den Stift weglegen und dich dem aktiven Hören zuwenden. Auch hier ist Harry Potter eine gute Wahl zum Englischlernen, da das vorher Übersetzte nun auf der Fremdsprache angehört werden soll. Also eignen sich Hörbücher bestens dafür.

Du machst es dir also bequem, greifst dir deinen übersetzten Text und hörst dir genau den dazugehörigen Schnipsel an. Dabei liest du den Text in deiner Muttersprache mit und versuchst, die gehörten Wörter mit den geschriebenen gedanklich in Verbindung zu bringen.

Dafür kannst du so oft auf Stopp klicken, wie du möchtest. Wichtig ist, dass du jedes Wort am Ende zuordnen kannst und dir seinen Klang einprägst. Denn du musst nicht der nächste Usain Bolt werden, sondern deinem Hirn lediglich Zeit geben, um sich auf eine neue Sprache einzustellen.

Hierfür eignet sich ein Hörbuch oder dein Lieblingslied sehr gut. Wichtig ist lediglich, dass du den Text vor dem aktiven Hören einmal dekodiert hast.

Passives Hören

Kommen wir nun zum entspanntesten Teil der Birkenbihl Methode, nämlich dem passiven Hören. Hier kannst du dich zurücklehnen, denn dein Audio-Text läuft nun mehrere Male ganz nebenbei ab, während du dich mit anderen Dingen beschäftigen kannst. Du umgibst dich einfach auditiv mit der Zielsprache, ohne genau hinzuhören. Was das bringen soll?

Dein Unterbewusstsein arbeitet ständig, ohne dass du es mitbekommst. Unterbewusst nimmst du die Sprache wahr und speicherst Informationen. Geradezu nebenbei kannst du so dein Sprachgefühl verbessern und Vokabeln in das Langzeitgedächtnis bringen.

Weitere Lernaktivitäten

Nun ist es soweit: Jetzt wird es ernst! Wir kommen also zur aktiven Anwendung der Sprache. Falls dies für dich nicht ganz einfach ist, möchten wir betonen wie wichtig es ist, dass du jetzt aus deiner Komfortzone herauskommst. Suche dir einen Tandempartner oder reise direkt in das Land. Wende die Sprache auf jeden Fall aktiv an.

Sprache lernen

Der wichtigste Schritt um eine Sprache zu lernen ist die aktive Anwendung. Nur, wenn du auch echte Unterhaltungen in der Fremdsprache führst, kannst du echte Fortschritte machen. Am besten ist es, wenn du dich mit einem Muttersprachler unterhältst, der dich korrigieren kann. (Bildquelle: Mimi Thian/ unsplash)

Wichtig ist, die Aktivität auf deine eigenen Lernziele und Präferenzen abzustimmen, denn es bringt wenig, eine englische Radiosendung anzuhören, wenn man eigentlich englische Gedichte schreiben möchte. Geht es ums Sprechen, ist es außerdem laut Vera Birkenbihl förderlich, sich immer an Muttersprachlern zu orientieren, so wirst du dir keinen Akzent aneignen.

Sprachen lernen durch Reisen

Die beste Möglichkeit, um in eine Sprache einzutauschen ist natürlich immer eine Sprachreise. Am besten du reist in das Land, dessen Sprache du lernen möchtest und besuchst vor Ort einen Sprachkurs. Auf diese Weise hast du direkt mehrere Vorteile.

Zum einen wird der Sprachkurs in der regel von Muttersprachlern gegeben. So lernst du direkt die Aussprache und schnappst keinen Akzent auf. Du kannst direkt Kontakte knüpfen und bist so ständig gezwungen die Fremdsprache direkt und täglich anzuwenden.

Wörter und Sätze kannst du dir leichter merken, wenn du Erlebnisse und Emotionen damit verbindest. Beispielsweise wirst du dich viel besser an den Namen eines bestimmten einheimischen Gerichtes erinnern können, wenn du dieses schon einmal gegessen hast.

Sprache lernen

Am besten lernst du eine neue Fremdsprache immer durch eine Sprachreise. Reise in dein Zielland und arbeite dort für eine gewisse Zeit, mach ein Praktikum, einen Sprachkurs oder einfach nur Urlaub. Komme mit Einheimischen ins Gespräch und du wirst sehen wie schnell du Fortschritte machst. (Bildquelle: Mimi Thian / unsplash)

Vor Ort verbunden mit Erlebnissen und Emotionen wirst du viel schneller Fortschritte machen. Du musst jedoch nicht zwangsweise einen Sprachkurs im Zielland belegen. Du kannst ebenso gut durch Work & Travel ein neues Land erkunden und die Sprache anwenden, beispielsweise als Aupair.

Mache ein Praktikum im Ausland oder wenn du die Möglichkeit hast, arbeite für eine gewisse Zeit im Ausland. So wirst du gezwungen, die Sprache täglich anzuwenden und du wirst verblüfft sein, wie groß die Fortschritte sind, die du in wenigen Wochen machst.

Ist Sprachen lernen im Schlaf möglich?

Sprachen lernen während man schläft. Das klingt doch sehr verlockend, oder etwa nicht? Es gibt einige Experimente in denen Probanden tagsüber bestimmte Vokabeln gelernt haben und diese dann nachts im Schlaf präsentiert bekommen haben.

Die Probanden konnten sich die Wörter, welche zusätzlich zum Lernen tagsüber nachts im Schlaf vorgespielt worden sind, langfristig besser merken. Kann man demnach neue Vokabeln Wort wörtlich im Schlaf lernen?

Ja und nein. Durch das Abspielen im Schlaf wird die Speicherung verbessert. Die Frage nach dem neuen Lernen, also dem Lernen von Vokabeln die tagsüber noch nicht gelernt wurden, ist kontrovers. Es gibt einige Anzeichen dass ein kleiner positiver Effekt existiert, die Unterschiede sind jedoch minimal und nicht vergleichbar mit den Effekten im bereits beschriebenen Experiment.

Wie einfach ist das Experiment in den Alltag zu übertragen?

Leider ist es nicht so einfach die Ergebnisse aus dem Experiment in den Alltag zu übertragen. Im Experiment wurde der Schlaf der Probanden genau gemessen, die Vokabeln wurden zu einer bestimmten Schlafphase in einer bestimmten Lautstärke präsentiert, sodass die Probanden aufnahmefähig waren, jedoch nicht aufgewacht sind.

Wenn du das ganze für dich einmal ausprobieren möchtest, so kann es gut sein, dass du dabei aufwachst, dass deine Schlafqualität negativ beeinflusst wird oder das du keinen positiven Effekt beim Lernen merkst. Hier ist noch mehr Forschung notwendig, um die Parameter, die den Erfolg des Experiments ausmachen besser zu bestimmen und in den Alltag zu übertragen.

Unser Rat an dich ist, probier es doch einfach aus. Wenn es deinen Schlaf negativ beeinflusst ist es effizienter abends kurz vor dem Schlafen gehen eine kurze Lernsession einzulegen. Wenn du einen positiven Effekt merkst dann versuche dies öfter in deinen Alltag zu integrieren.

Wenn du das Experiment ausprobierst, ist es entscheidend, dass du dir lediglich das Fremdwort vorspielst. Nur so wird dein Unterbewusstsein aktiviert und lernt während du schläfst.

Die 3 besten Apps um Sprachen zu lernen

Babbel: der Klassiker

Babbel ist eine der bekanntesten und nach eigenen Angaben eine der meistverkauften Sprachlern-Apps der Welt. Babbel bietet 14 verschiedene Sprachen zum Lernen an und ist für weniger als 10 € pro Monat erhältlich. Zusätzlich kannst du Babbel 7 Tage kostenlos ausprobieren. Du kannst Babbel sowohl auf einem iOS Smartphone, einem Android Smartphone als auch per Webanwendung auf deinem PC oder Laptop anwenden.

Vorteile
  • Hochwertige und technisch einwandfrei funktionierende App.
  • Du lernst nicht nur die Grammatik einer Fremdsprache sonder genauso Vokabeln, Redewendungen und die genaue Aussprache.
  • Du kannst die App auch jederzeit offline nutzen.
  • Spielerischer Ansatz, wodurch es dir leicht fällt dich zu motivieren.
  • Das spaced repetition system, die effizienteste Methode um Vokabeln in das Langzeitgedächtnis zu bekommen ist bereits integriert.
Nachteile
  • Für Fortgeschrittene weniger gut geeignet.
  • Die Übungen sind teilweise zu leicht und zu sehr auf schnelle Erfolgserlebnisse ausgelegt. Dadurch werden sie mit der Zeit monoton und langweilig.

Zusammenfassung

Babbel ist sehr gut für Anfänger geeignet, sobald du aber ein gewisses Niveau erreicht hast, machst du nur noch sehr langsam durch Babbel allein Fortschritte. Hierfür sind andere Apps wie beispielsweise EWA besser geeignet.

Für Anfänger die zum ersten Mal in die neue Fremdsprache eintauchen wollen, ist Babbel jedoch eine super Wahl. Die Übungen sind unterhaltsam, kurzweilig und machen Spaß. Du wirst schnell Fortschritte machen und dein erstes Gespräch führen können.

Ewa: Lernen mit (Hör-)Büchern

Ewa ist die perfekte App für alle, die schon eine gewisse Grundkenntnis in einer Fremdsprache haben, jetzt aber auf das nächste Level kommen wollen. Mit EWA kannst du dich mithilfe von Geschichten, Filmausschnitten und Hörbüchern verbessern.

Dabei kannst du die Bücher und Artikel sowohl nach Schwierigkeit und Genre sortieren. Du kannst dir den Text anhören oder selbst lesen. Wenn du ein Wort nicht verstehst, so kannst du es dir mit einem Klick von der App übersetzen lassen und in deine Lernkartei aufnehmen.

Vorteile
  • Kurzen Filmclips bringen Abwechslung und Unterhaltung in das sonst oft trockene Vokabel lernen.
  • Gute Auswahl an Büchern, Artikeln und Geschichten.
  • Lernen in Sinnzusammenhängen
  • Das spaced repetition system, die effizienteste Methode um Vokabeln in das Langzeitgedächtnis zu bekommen ist bereits integriert.
Nachteile
  • Etwas teurer.
  • Für komplette Anfänger weniger gut geeignet.

Zusammenfassung

EWA sticht durch seine viele Bücher, Artikel und Hörbücher, die zusätzlich angeboten werden heraus. So kann man Vokabeln im Zusammenhang lernen und verbessert so ohne großen Lernaufwand sein Sprachgefühl und damit sein Sprachniveau insgesamt.

Daher ist dies die beste App um als Selbstlerner in der Fremdsprache auf ein neues Level aufzusteigen.

Jicki: Sprachduschen

Das Sprachduschenkonzept der App Jicki basiert auf der Birkenbihl- Methode und dem Superlearning. Wie die Birkenbihl-Methode funktioniert haben wir hier bereits beschrieben. Was es mit dem Superlearning auf sich hat möchten wir dir jetzt näher bringen.

Superlearning

Das Superlearning beruht darauf, dass man das Wissen in einem besonders entspannten Zustand besser behält und es so besser bzw. schneller im Langzeitgedächtnis abgespeichert wird (9).

Rusisch lernen-2

Du denkst, du hast keine Zeit Sprachen zu lernen? Dann sind die Sprachduschen von Jicki genau das richtige für dich. Mit den Sprachduschen kannst du auch ganz entspannt unterwegs lernen, ohne dass du dir aktiv Zeit nehmen musst. (Bildquelle: pixabay / BiljaST)

Um diesen entspannten Zustand zu erreichen, nutzt Jicky speziell ausgewählte Musik, Entspannungsübungen und rhythmische ausgesprochene Inhalte die in 15- 20 minütigen Lektionen auditiv wiedergegeben werden. Die Lektionen werden auch Sprachduschen genannt. Da der Lerner das Gefühl haben soll, dass er sich gerade entspannt berieseln lassen kann und nicht aktiv pauken muss.

Der Aufbau einer Jicki Sprachdusche

  • Um dich auf das Lernen einzustimmen, dich zu entspannen und den Alltag für einen Moment hinter dir zu lassen, beginnt jede Sprachdusche zunächst mit einer kurzen Entspannungsübung.
  • Anschließend hörst du rhythmisch gesprochene Vokabeln mit deutscher Übersetzung. Im Hintergrund läuft dabei ruhige Musik.
  • Danach hörst du eine mit Musik unterlegte Geschichte, die diese Vokabeln aufgreift.
  • Die anschließenden Sätze und Redewendungen kannst du mit- oder nachsprechen.
  • Ein kurzes, lebendiges Musikstück schließt die Lektion ab.

Hier habe ich dir die Vor- und Nachteile der Jicki Sprachduschen zusammengefasst:

Vorteile
  • Entspanntes Lernen anstelle von mühseligem Pauken
  • Sprachen lernen nach der anerkannten Methode der Lernforscherin Vera F. Birkenbihl
  • Lernen auch Nebenbei sehr gut möglich
  • Erste Sprachdusche kann kostenlos ausprobiert werden
Nachteile
  • Weniger geeignet für komplette Anfänger
  • Gewisser Grundwortschatz sollte vorhanden sein

Zusammenfassung

Im Gegensatz zum Sprachen lernen aus der Schule soll die Sprache mit Jicki in erster Linie durch auditives Lernen auf dem natürlichen Weg erschlossen werden.
Wenn du das Jicki Konzept zum entspannten Sprachen lernen gerne einmal ausprobieren möchtest dann kannst du dir die Jicki App herunterladen oder auf die Webseite von Jicki gehen.

Die erste Sprachdusche kannst du dir kostenlos anhören, um so ein Gefühl dafür zu bekommen ob die Jicki-Methode dir zusagt.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in eine neue Sprache einzutauchen. Am besten du besorgst dir eine der vorgestellten Lern-Apps und lernst erste Grundkenntnisse. Sobald du die ersten Sätze in der Fremdsprache verstehst, ist es am besten, wenn du in das Land reist. Lerne Einheimische kennen, gehe aus deiner Komfortzone und wende die Fremdsprache aktiv an. So lernst du am schnellsten.

Berücksichtige beim Lernen ebenfalls die Erkenntnisse aus der Forschung. Das bedeutet, dass du keine willkürlichen Vokabellisten lernen sollst, sondern Vokabeln aus dem Zusammenhang heraus, beispielsweise Wörter die du in einer Konversation oder in einem Text nicht verstehst.

Benutze außerdem so viel Sinne wie möglich. Stelle dir Wörter bildlich vor, spreche Sätze laut vor dich hin und mache Konversation mit einem Partner.

Bildquelle: Gustavo Frazao / 123rf

Einzelnachweise (9)

1. Die Studie belegt, dass man Wörter besser und langfristiger im Gehirn speichern kann, wenn bei dem Lernprozess möglichst viel Sinne beteiligt sind. Beispielsweise durch Gesten, Bilder und Bewegungen.
Quelle

2. Diese Studie widerlegt die Annahme "Ein Wort = ein Speicherort". Im Gegensatz dazu wird jedes Wort in verschiedenen Hirnregionen gespeichert und zwar immer im richtigen Sinnzusammenhang. Somit sind nicht bestimmte Hirnregionen, sondern das ganze Gehirn bei der Verarbeitung von Sprache aktiv.
Quelle

3. Diese Studie geht der Vergessenskurve, die erstmals von Ebbinghaus erforscht wurde, auf den Grund. Durch drei verschiedene Methoden wird eine sehr präzise Vergessenskurve ermittelt, die wie die von Ebbinhaus, einen exponentiellen Charakter aufweist.
Quelle

4. Diese Studie bestätigt die Effizienz der spaced repetition Methode. Mittels empirischen Forschung zeigt die Studie, dass Schüler mit dieser Methode durchschnittlich drei Mal so viele Vokabeln lernen können.
Quelle

5. Diese Studie bestätigt, dass das spaced repetition system nicht nur beim Vokabel lernen sehr gut funktioniert, sondern ebenfalls auf beliebig andere Lernbereiche angewendet werden kann.
Quelle

6. Diese Studie belegt die Wirksamkeit des spaced repetition system bei dem Vokabel lernen und zeigt, dass die Vokabeln mit dieser Methode deutlich effektiver und langfristiger gespeichert werden können.
Quelle

7. In ihrem Buch erklärt Vera F. Birkenbihl ausführlich, Schritt für Schritt ihre Lernemthode. Sie erklärt zudem die neurologischen Hintergründe und gibt weitere Tipps zum gehirn-gerechten Lernen mit auf den Weg.
Quelle

8. Diese Studie berichtet über die Anwendung der Birkenbihl Methode. Japanische Schüler wendeten diese Methode unter Anleitung an, um Fremdsprachen wie beispielsweise Englisch zu lernen. Die Studie beschreibt den Erfolg der gehirn-gerechten Methode.
Quelle

9. Diese Studie untersucht die von Lozanov entwicklete Methode des Superlearnings. Durch diese Methode konnte Lozanov Schülern 3000 Vokabeln in nur einem Tag beibringen.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Visual and motor cortices differentially support the translation of foreign language words
Die Studie belegt, dass man Wörter besser und langfristiger im Gehirn speichern kann, wenn bei dem Lernprozess möglichst viel Sinne beteiligt sind. Beispielsweise durch Gesten, Bilder und Bewegungen.
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Natural speech reveals the semantic maps that tile human cerebral cortex
Diese Studie widerlegt die Annahme "Ein Wort = ein Speicherort". Im Gegensatz dazu wird jedes Wort in verschiedenen Hirnregionen gespeichert und zwar immer im richtigen Sinnzusammenhang. Somit sind nicht bestimmte Hirnregionen, sondern das ganze Gehirn bei der Verarbeitung von Sprache aktiv.
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The form of the forgetting curve and the fate of memories
Diese Studie geht der Vergessenskurve, die erstmals von Ebbinghaus erforscht wurde, auf den Grund. Durch drei verschiedene Methoden wird eine sehr präzise Vergessenskurve ermittelt, die wie die von Ebbinhaus, einen exponentiellen Charakter aufweist.
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The effectiveness of computer-based spaced repetition in foreign language vocabulary instruction
Diese Studie bestätigt die Effizienz der spaced repetition Methode. Mittels empirischen Forschung zeigt die Studie, dass Schüler mit dieser Methode durchschnittlich drei Mal so viele Vokabeln lernen können.
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Spacing effects and their implications for theory and practice
Diese Studie bestätigt, dass das spaced repetition system nicht nur beim Vokabel lernen sehr gut funktioniert, sondern ebenfalls auf beliebig andere Lernbereiche angewendet werden kann.
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Distributed practice learning foreign vocabulary – The effects of interval length
Diese Studie belegt die Wirksamkeit des spaced repetition system bei dem Vokabel lernen und zeigt, dass die Vokabeln mit dieser Methode deutlich effektiver und langfristiger gespeichert werden können.
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Sprachenlernen leichtgemacht!: Die Birkenbihl-Methode Fremdsprachen zu lernen
In ihrem Buch erklärt Vera F. Birkenbihl ausführlich, Schritt für Schritt ihre Lernemthode. Sie erklärt zudem die neurologischen Hintergründe und gibt weitere Tipps zum gehirn-gerechten Lernen mit auf den Weg.
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The Birkenbihl1 Language Learning Method and Its Practical Application for Learning English and German at IBU
Diese Studie berichtet über die Anwendung der Birkenbihl Methode. Japanische Schüler wendeten diese Methode unter Anleitung an, um Fremdsprachen wie beispielsweise Englisch zu lernen. Die Studie beschreibt den Erfolg der gehirn-gerechten Methode.
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The Superlearning of Vocabulary
Diese Studie untersucht die von Lozanov entwicklete Methode des Superlearnings. Durch diese Methode konnte Lozanov Schülern 3000 Vokabeln in nur einem Tag beibringen.
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